Compliance-Check – kurze Standortbestimmung, kein Zertifikat einfach erklärt
Autor Christian Ehrmann · Stand 28.08.2026 · https://www.catenis.de/lexikon/compliance-check
Bei Zitat URL und Abrufdatum angeben. Keine Rechtsberatung.
Was es ist
Ein Compliance-Check ist eine kurze Standortbestimmung: Wo fehlen Nachweise, Fristen, Audit-Trails oder klare Verantwortungen? Er zertifiziert nichts und ist kein Rechtsgutachten. Catenis bietet dafür einen kostenlosen Selbsttest für Einkauf, QM und Compliance.
Viele Programme starten mit der Frage „wo stehen wir?“ und enden in einer Beratungswoche. Der Check ist kürzer: eine Reihe konkreter Fragen zu Akte, Frist, Spur und Rolle. Das Ergebnis ist eine Liste von Lücken, keine Note und kein Siegel.
Einkauf sieht oft fehlende Stammdaten und unbeantwortete Bögen. QM sieht abgelaufene Zertifikate ohne Wiedervorlage. Compliance sieht Freigaben ohne Person und einen Beschwerdekanal ohne Fallführung. Der Check zwingt diese Blickwinkel in dieselbe Standortbestimmung, bevor jemand ein Tool kauft oder eine Folie malt.
Kostenlos und selbst durchgeführt heißt: niemand von außen bestätigt euch. Das ist Absicht. Wer den Check als Zertifikat an den Kunden schickt, behauptet etwas, das der Text nicht hergibt. Brauchbar ist er intern: welche drei Löcher zuerst.
Catenis stellt den Selbsttest bereit und dokumentiert ihn nicht als Nachweis der Konformität. Das Ergebnis steuert den nächsten Arbeitsschritt – Bogen, Frist, Workflow, Cockpit – und ersetzt ihn nicht.
Der Check dauert, wenn man ehrlich antwortet, eher eine Stunde als einen Nachmittag. Die Versuchung ist, Grün anzukreuzen, weil „wir das schon irgendwie machen“. Dann entsteht eine Standortbestimmung der Absicht. Brauchbar wird sie, wenn jede Ja-Antwort eine Akte, ein Datum oder eine Person nennt. Fehlt das, ist die Antwort Nein.
Geltungsbereich
Der Check betrifft die Betriebsfähigkeit: liegen Nachweise, gibt es Fristen, gibt es einen Trail, weiß jemand, wer freigibt? Er betrifft nicht die rechtliche Schwelle, die Buße oder die Frage, ob ein bestimmter Lieferant ein Risiko im Sinn des Gesetzes ist.
Er ist kein Fragebogen an den Lieferanten. Der Lieferantenbogen holt Aussagen des Partners. Der Check fragt die eigene Organisation. Beide können am selben Tag nötig sein. Sie beantworten verschiedene Sätze.
Wiederholung ist sinnvoll, wenn sich das Programm ändert: neues Modul, neuer Verantwortlicher, nach dem ersten Audit. Ein Check von vor zwei Jahren in der Schublade ist Historie. Die Lücken von damals können geschlossen oder durch neue ersetzt sein.
Kunden und Auditoren können nach interner Standortbestimmung fragen. Was ihr ihnen gebt, ist euer Pack und eure Akte, nicht der Screenshot einer Ampel aus dem Selbsttest. Der Check ist der Einstieg, das Pack der Stichtag.
Mittelstandsteams machen den Check oft nach der ersten Kundenmail, die „LkSG-Nachweise bis Freitag“ verlangt. Dann ist er spät, aber immer noch nützlich: Er zeigt, warum das Pack lückenhaft wird – fehlende Fristen, fehlender Trail, niemand freigibt. Die Feuerwehr bleibt. Die nächste Anfrage trifft eine Liste statt dasselbe Chaos.
Was zu tun ist
Den Check zu zweit machen: Einkauf und QM oder Compliance. Eine Person allein übersieht die Lücken der anderen Rolle.
Das Ergebnis in drei offene Punkte übersetzen, nicht in zwanzig. Frist, Nachweis, Verantwortung – was am Montag zuerst. Catenis hält danach die Frist sichtbar, sobald ihr sie setzt. Ohne diese drei Punkte bleibt der Check eine Datei neben der Arbeit.
Keine Folie „wir haben den Check gemacht“ ohne die Lückenliste. Der Prüfer fragt nach dem nächsten Schritt, nicht nach dem Selbsttest. Drei benannte Löcher mit Datum tragen mehr als eine Abschlussfolie mit Häkchen.
Wo der Check „kein Trail“ oder „keine Freigabe“ sagt, den Workflow bauen, bevor neue Bögen rausgehen. Sonst wächst die Akte ohne Spur, und der nächste Selbsttest findet dasselbe Loch.
Nach drei Monaten denselben Check gegen die Akte halten. Was immer noch fehlt, war eine unbearbeitete Liste, keine Erkenntnis.
Typischer Fehler
Der häufigste Fehler ist der Check als Siegel: Ergebnis teilen, „wir sind geprüft“. Der Text sagt das Gegenteil. Kunden, die das ernst nehmen, fragen trotzdem nach dem Pack. Kunden, die es nicht ernst nehmen, merken es im Audit.
Der zweite: den Check allein in der Compliance-Rolle ausfüllen, ohne Einkauf. Dann fehlen die realen Fristen der Bestellung und die echten Ansprechpartner. Die Standortbestimmung wird zur Wunschakte.
Der dritte: Lücken notieren und keine Frist setzen. Acht Wochen später ist der Check eine Datei. Die Überraschung kommt mit der Kundenanfrage, obwohl die Lücke schon benannt war. Der Selbsttest hat dann nichts gesteuert, er hat nur beschrieben.
Grenze
Das Lexikon beschreibt den Betriebsbegriff. Der Check ist kein Rechtsgutachten, kein Zertifikat und keine Behördenprüfung. Keine Rechtsberatung.
Er ersetzt weder Fragebogen noch Nachweispaket noch das LkSG-Cockpit. Er zeigt, wo diese Dinge fehlen oder unklar sind. Nach dem Check beginnt die Arbeit in der Akte, nicht die Suche nach einem Siegel.
Catenis bietet den Selbsttest und dokumentiert eure späteren Nachweise, Fristen und Freigaben in der Akte. Die Bewertung, ob das gesetzlich reicht, bleibt beim Unternehmen und seiner Beratung.
Wer den Check mit einem Lieferantenfragebogen verwechselt, schreibt die falschen Adressaten an. Der Selbsttest geht nach innen. Der Bogen geht an den Partner. Beide können Lücken zeigen. Der Check sagt, ob ihr die Lücken überhaupt sehen könnt.
Häufige Fragen
Was ist Compliance-Check?
Ein Compliance-Check ist eine kurze Standortbestimmung: Wo fehlen Nachweise, Fristen, Audit-Trails oder klare Verantwortungen? Er zertifiziert nichts und ist kein Rechtsgutachten. Catenis bietet dafür einen kostenlosen Selbsttest für Einkauf, QM und Compliance.
Ersetzt das Lexikon eine Rechtsberatung?
Nein. Die Texte ordnen Themen ein. Rechtliche Bewertung, Register und Behördenprozesse bleiben beim Unternehmen bzw. seinen Beratern.