Konfliktmineralien (3TG) – Herkunft und Smelter-Listen einfach erklärt
Autor Christian Ehrmann · Stand 28.08.2026 · https://www.catenis.de/lexikon/konfliktmineralien
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Was es ist
Konfliktmineralien (3TG: Zinn, Tantal, Wolfram, Gold) unterliegen Sorgfaltserwartungen zur Herkunft aus Konflikt- und Hochrisikogebieten; Kunden fordern häufig Smelter-Listen und Stellungnahmen. Die Aussage trägt, wenn relevante Lieferanten systematisch gefragt werden.
3TG sind Zinn, Tantal, Wolfram und Gold – in Lötzinn, Kondensatoren, Hartmetall und Beschichtungen alltäglich. Die Sorgfalt zielt auf Konflikt- und Hochrisikogebiete (CAHRAs), nicht auf jedes Bergbauland der Welt. Die EU-Verordnung (EU) 2017/821 richtet sich an bestimmte Unionseinführer oberhalb von Mengenschwellen. Kundenfragebögen erreichen trotzdem die ganze Kette.
Die belastbare Aussage ist die Schmelze oder Raffinerie, nicht das Herkunftsland auf dem Datenblatt. Zwischen Mine und Bauteil liegen Händler. Wer „DR Kongo: nein“ ankreuzt, ohne die Smelter-Liste gesehen zu haben, hat Herkunft behauptet, nicht geprüft.
Catenis stellt den Konfliktmineralien-Fragebogen bereit: Bekanntheit der Verordnung, Richtlinie, 3TG-Einsatz je Metall, Ursprung, CMRT-Upload, Sorgfalt nach OECD-Leitlinie, Schulung, Beschwerdeweg. Die Plattform füllt das CMRT nicht aus und bewertet keine Schmelze.
OECD-Leitlinie und Kundenkodex verlangen denselben Kern: Risiko kennen, Schmelze benennen, auffällige Hütten nicht ungeprüft durchwinken. Die Verordnung gilt für bestimmte Importeure; der Fragebogen gilt für den, den der Kunde anschreibt. Beides kann zusammenfallen, muss es aber nicht. Die Akte sollte die Rolle festhalten: Importeur, Bauteilfertiger oder Händler.
Geltungsbereich
Unionsimporteure der genannten Metalle und Erze oberhalb der Schwellen der Verordnung haben die gesetzlichen Sorgfaltspflichten. Die Schwellen und Ausnahmen stehen im Rechtstext; hier werden sie nicht nachgerechnet. Darunter bleibt oft die Kundenanforderung: Automobil, Elektronik, Maschinenbau wollen dieselbe Transparenz vertraglich.
Relevant ist der unmittelbare Zulieferer, der 3TG ins Produkt bringt – oder erklärt, dass keins enthalten ist. Mittelbare Stufen kommen dazu, wenn die Smelter-Liste Lücken hat oder ein konkreter Hinweis vorliegt. Ein allgemeines Länderrisiko allein macht noch keine substantiierte Kenntnis im LkSG-Sinn.
Konfliktmineralien sind kein REACH-Thema und kein RoHS-Grenzwert. Ein bleifreies Lot kann trotzdem Zinn aus einer unbekannten Hütte enthalten. Dieselbe Lieferantenakte kann alle drei Nachweise halten; die Fragen bleiben getrennt.
Catenis steuert Bogen, Upload und Frist. Ob das Unternehmen selbst Importeur nach der Verordnung ist, entscheidet es mit Beratung. Die Ampel zeigt den Bearbeitungsstand, nicht die Konformität der Schmelze.
Zinn in Lot und Zinn in einer Legierung sind derselbe Stoff und oft verschiedene Lieferanten. Wer nur die Elektronikabteilung fragt, verpasst Mechanik, Verschleißteile und Verbrauchslot. Die systematische Frage folgt der Stückliste, nicht dem Organigramm. Was „unbekannt“ bleibt, braucht ein Datum für die nächste Nachfrage, sonst verschwindet es in der nächsten Welle.
Was zu tun ist
Stückliste und Warengruppen nach 3TG durchgehen: Lot, Kontakte, Beschichtung, Werkzeuge mit Wolfram, vergoldete Stecker. Wer nur „Elektronik ja, Rest nein“ sagt, verpasst Mechanik und Verbrauchsmaterial.
Den Konfliktmineralien-Fragebogen an die Partner schicken, bei denen 3TG plausibel ist. Enthalten ja: CMRT und Smelter-Identifikation. Enthalten nein: die Erklärung im Bogen, mit Datum, nicht als ewige Fußnote.
Richtlinie zur verantwortungsvollen Mineralienbeschaffung, falls der Kunde sie verlangt – hochladen, wenn vorhanden. Fehlt sie, ist das ein offener Punkt, kein Grund, den Bogen zu schieben.
Antworten gegen die eigene Stückliste legen. Ein CMRT ohne die eigenen Teilefamilien oder mit leerer Smelter-Liste ist unvollständig. Nachfassen mit Frist, nicht mit einem zweiten leeren Anschreiben.
In Catenis bleiben Version des CMRT, Uploaddatum und offene Punkte in der Akte. Eine neue Template-Version macht die alte Datei nicht falsch, aber der Kunde will oft die aktuelle. Wiedervorlage setzen.
Schulung und Beschwerdeweg gehören dazu, wenn der Kunde sie im Bogen sieht. Ein Mechanismus, der nur auf dem Papier steht, trägt im Audit nicht. Wer einen Hinweis zu einer Hütte bekommt, muss festhalten, was geprüft und was entschieden wurde – analog zur substantiierten Kenntnis an anderer Stelle der Kette.
Typischer Fehler
Alle Lieferanten anschreiben, auch den Büromaterialhändler, und die Rücklaufquote als Erfolg zählen. Die Aussage trägt, wenn die relevanten Partner systematisch gefragt sind. Eine 100-Prozent-Quote auf der falschen Menge ist Dekoration.
„Unbekannt“ bei 3TG als entlastend werten. Unbekannt ist das Risiko, nicht die Entwarnung. Dann folgt die Nachfrage oder die Priorisierung, nicht das Abhaken.
Eine Smelter-Liste aus dem Vorjahr weiterreichen, obwohl der Vorlieferant gewechselt hat. Herkunft ist eine Aussage über die aktuelle Kette. Ohne Datum und Bezug zum Teil ist die Liste ein Archivstück.
Die EU-Verordnung mit einem US-Dodd-Frank-Bericht verwechseln und umgekehrt. Kunden können beides verlangen. Catenis fragt EU-Bezüge und CMRT; die rechtliche Rolle als US-Issuer prüft die Plattform nicht.
Grenze
Das Lexikon ordnet 3TG und die Kundenpraxis ein. Es sagt nicht, ob ein bestimmtes Unternehmen Importeur nach der Verordnung ist, welche Schwelle gilt oder wie eine Schmelze zu bewerten ist. Das bleibt Beratung und die eigene Prüfung.
Catenis dokumentiert Fragebogen, CMRT-Datei und Frist. RMAP-Bewertungen, OECD-Prüfung und das Gespräch mit dem Kunden über Lücken bleiben außerhalb. Eine grüne Ampel heißt: der Bogen ist da, nicht: die Hütte ist frei. Die rechtliche Einordnung als Importeur bleibt Beratung. Mengenschwellen der Verordnung rechnet die Plattform nicht nach.
Häufige Fragen
Was ist Konfliktmineralien?
Konfliktmineralien (3TG: Zinn, Tantal, Wolfram, Gold) unterliegen Sorgfaltserwartungen zur Herkunft aus Konflikt- und Hochrisikogebieten; Kunden fordern häufig Smelter-Listen und Stellungnahmen. Die Aussage trägt, wenn relevante Lieferanten systematisch gefragt werden.
Ersetzt das Lexikon eine Rechtsberatung?
Nein. Die Texte ordnen Themen ein. Rechtliche Bewertung, Register und Behördenprozesse bleiben beim Unternehmen bzw. seinen Beratern.