LkSG-Cockpit – Stand der sechs Sorgfaltspflichten einfach erklärt
Autor Christian Ehrmann · Stand 28.08.2026 · https://www.catenis.de/lexikon/lksg-cockpit
Bei Zitat URL und Abrufdatum angeben. Keine Rechtsberatung.
Was es ist
Das LkSG-Cockpit zeigt den Stand der sechs Sorgfaltspflichten pro Lieferant und im Portfolio: Risikoanalyse, Prävention, Abhilfe, Beschwerde, Dokumentation, Bericht. Es steuert den Alltag. BAFA-Bericht und Rechtsberatung bleiben außerhalb.
Wer das LkSG operativ halten will, braucht eine Ansicht, die nicht bei „wir haben eine Grundsatzerklärung“ stehen bleibt. Das Cockpit zerlegt die Pflicht in sechs Felder, die jemand füllen oder als Lücke stehen lassen muss. Pro Partner und über das Portfolio.
Risikoanalyse, Prävention, Abhilfe, Beschwerde, Dokumentation, Bericht: das sind verschiedene Arbeiten. Ein Kodex ohne Analyse ist Prävention ohne Ziel. Eine Analyse ohne Abhilfe bei gefundenem Verstoß ist Papier. Ein Bericht ohne Akte ist Erzählung. Das Cockpit macht die Schieflage sichtbar.
Alltag heißt: Montag die Partner mit offenen Pflichten öffnen, nicht die Gesetzeslage neu diskutieren. Welcher Bogen fehlt, welche Abhilfe hat keine Frist, welcher Beschwerdefall ist überfällig, welche Dokumentation hat kein Datum. Das ist Steuer, kein Seminar.
Catenis dokumentiert den Stand der sechs Felder und hält Lücken sichtbar. Es schreibt den BAFA-Bericht nicht und entscheidet nicht, ob das Unternehmen unter die Schwelle fällt. Beratung und Einreichung bleiben außerhalb.
Die Geschäftsleitung sieht oft eine Folie mit sechs Häkchen. Das Cockpit soll derselben Leitung die offenen Felder zeigen, bevor die Folie entsteht. Ein Häkchen ohne Datum und ohne Zuständigkeit ist dasselbe Problem wie die leere Grundsatzerklärung: Text ohne Weg. Wer das Cockpit nur für den Jahresbericht öffnet, steuert den Alltag nicht.
Geltungsbereich
Das Cockpit gilt für die Lieferantenakte und für die eigene Organisation, wo die Pflicht dort sitzt – etwa der Beschwerdekanal, der nicht pro Dreher neu erfunden wird, aber Fälle aus der Kette aufnimmt. Portfoliozahlen ohne Fallführung täuschen Vollständigkeit vor.
Es ist die Arbeitsansicht zum LkSG, nicht zum Rest. NIS-2, PPWR und Qualität haben eigene Schnitte. Dieselben Nachweise können in mehreren Ansichten liegen. Das Cockpit behauptet nicht, alle Regelwerke abzudecken.
Ampel und Cockpit liegen nebeneinander. Die Ampel verdichtet. Das Cockpit sagt, welche der sechs Pflichten hakt. Wer nur die Farbe steuert, weiß nicht, ob Prävention oder Abhilfe offen ist.
Der Bericht im Cockpit ist der interne Stand, nicht die formale Außenmeldung. Die gesetzliche Außenberichterstattung wurde reduziert; die interne Nachweisführung nicht. Wer das Cockpit-Feld „Bericht“ mit der BAFA-Einreichung verwechselt, sucht die Datei am falschen Ort.
Mittelbare Stufen erscheinen im Cockpit erst, wenn jemand sie anlegt oder ein Hinweis die Analyse ausweitet. Das Cockpit behauptet keine Vollständigkeit der tiefen Kette. Es zeigt den Stand der Partner, die in der Akte stehen. Wer dort Lücken lässt, weil „das der Tier-2 ist“, muss die Entscheidung datieren, sonst fehlt sie später.
Was zu tun ist
Zuerst die unmittelbaren Zulieferer im Cockpit haben: Vertrag, Land, Branche, Volumen, Status der sechs Felder. Wer nur „unsere Lieferanten“ sagt, kann nicht steuern.
Pro Feld den nächsten Schritt setzen, nicht das ganze Gesetz. Analyse braucht Bogen oder Audit. Prävention braucht Kodex, Klausel oder Schulung mit Frist. Abhilfe braucht Zuständigkeit und Datum.
Beschwerdefälle im selben Blick führen. Ein Kanal ohne offene Fälle in der Ansicht ist Dekoration, wenn intern Mails liegen, die niemand zugeordnet hat. Das Cockpit zeigt den Kanalstand; die Fallführung bleibt eigene Arbeit mit Frist.
Dokumentation als Ablage der Entscheidungen behandeln, einschließlich der Lücken. Catenis hält das in der Akte; das Cockpit zeigt, wo das Datum fehlt.
Vor einem Kunden- oder Audittermin das Nachweispaket aus diesem Stand ziehen, nicht aus einem alten Ordner. Das Cockpit steuert den Alltag, das Pack ist die lesbare Summe zum Stichtag. Wer drei Tage vorher zum ersten Mal die sechs Felder öffnet, findet die Lücken, die das Monitoring schon Wochen hätte zeigen können.
Typischer Fehler
Der häufigste Fehler ist das Cockpit als Beweis: alle Felder grün, also Pflicht erfüllt. Die Felder folgen dem, was jemand eingetragen hat. Eine leere Abhilfe, die jemand auf erledigt setzt, ohne Maßnahme, bleibt eine leere Abhilfe.
Der zweite: nur den Berichtspfad pflegen und Analyse, Prävention und Beschwerde liegen lassen. Nach außen entsteht Text, innen fehlt der Weg. Der Prüfer geht den Weg.
Der dritte: das Cockpit einmal zum Kick-off füllen und nie wieder öffnen. Monitoring und Fristen fehlen, die Überraschung kommt mit dem abgelaufenen Nachweis oder dem unbeantworteten Bogen.
Grenze
Das Lexikon beschreibt den Betriebsbegriff der Plattform. Es sagt nicht, ob ein Unternehmen unter das LkSG fällt oder welche Buße droht. Keine Rechtsberatung. Das Cockpit hält den Stand der Arbeit; die rechtliche Einordnung bleibt außerhalb.
Das Cockpit ersetzt weder BAFA-Bericht noch Rechtsmeinung noch das Beschwerdeverfahren selbst. Es zeigt den Stand der sechs Arbeiten.
Catenis dokumentiert den Stand und hält offene Felder sichtbar. Register, Einreichung und die Bewertung im Einzelfall bleiben außerhalb.
Das Cockpit ist Steuerungsansicht, kein Gesetzestext. Es übersetzt die sechs Sorgfaltspflichten in Felder, die Einkauf und QM am Montag bedienen können. Ob das im Einzelfall reicht, sagt die Beratung. Die Plattform hält den Stand und die Frist, sie entscheidet die Schwelle nicht.
Häufige Fragen
Was ist LkSG-Cockpit?
Das LkSG-Cockpit zeigt den Stand der sechs Sorgfaltspflichten pro Lieferant und im Portfolio: Risikoanalyse, Prävention, Abhilfe, Beschwerde, Dokumentation, Bericht. Es steuert den Alltag. BAFA-Bericht und Rechtsberatung bleiben außerhalb.
Ersetzt das Lexikon eine Rechtsberatung?
Nein. Die Texte ordnen Themen ein. Rechtliche Bewertung, Register und Behördenprozesse bleiben beim Unternehmen bzw. seinen Beratern.