EU-Schiffsrecycling-Verordnung – IHM und Lieferkette einfach erklärt
Autor Christian Ehrmann · Stand 28.08.2026 · https://www.catenis.de/lexikon/schiffsrecycling
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Was es ist
Die EU-Schiffsrecycling-Verordnung verlangt Inventare gefährlicher Materialien (IHM) und Erklärungen entlang der maritimen Lieferkette; Catenis stellt dazu den Fragebogen Schiffsrecycling bereit. Die Zulassung von Recyclingwerften ist nicht Teil der Plattform.
Die Verordnung (EU) Nr. 1257/2013 soll Schiffe am Ende der Lebensdauer auf zugelassenen Werften zerlegen und gefährliche Stoffe vorher sichtbar machen. Das Werkzeug in der Kette ist das Inventar gefährlicher Materialien (IHM), plus Materialerklärungen der Zulieferer von Beschichtung, Isolierung, Kabel, Maschinen. Wer nie ein Schiff sieht, kann trotzdem IHM-relevant liefern.
Das IHM ist eine strukturierte Liste, kein allgemeines REACH-Schreiben. Es folgt den Teilen der Verordnung und den üblichen Branchentabellen (etwa zu Asbest, PCB, bestimmten Metallen). Eine anerkannte Stelle bestätigt die Konformität des Inventars – das ist Zulassung und Besichtigung, nicht ein Portal-Haken.
Catenis stellt den Fragebogen Schiffsrecycling bereit: maritime Lieferung, IHM-Liste, Material Declarations, Prüfung der Vorlieferanten, Schulung. Uploads von IHM-bezogenen Dateien liegen in der Akte. Die Zulassung von Recyclingwerften und die Anerkennung der IHM-Stelle sind kein Plattformvorgang.
Werft, Eigner und Zulieferer sitzen an verschiedenen Enden derselben Liste. Der Zulieferer liefert die Material Declaration; die Werft baut das IHM; eine anerkannte Stelle bestätigt. Catenis sitzt beim Zulieferer und beim Kunden, der die Erklärung einholt. Die Bestätigung der Stelle und die Werftliste bleiben außerhalb.
Geltungsbereich
Schiffe unter der Flagge eines Mitgliedstaats und bestimmte andere Schiffe, die EU-Häfen anlaufen, plus die Werften auf der europäischen Liste. Der Zulieferer von Komponenten fällt über den Vertrag hinein, nicht über die Werftzulassung. Die Verordnungstexte und Leitlinien der EMSA nennen die Details; hier werden sie nicht nachgeschlagen.
Relevant sind Stoffe, die im IHM stehen müssen, wenn sie im Lieferteil vorkommen. REACH und RoHS können dieselben Stoffe anders schneiden. Ein RoHS-Bericht ersetzt die Material Declaration für das IHM nicht, auch wenn Blei in beiden vorkommt.
Aktualisierung bei Umbau und Ersatzteil: das IHM altert, sobald ein Anstrich oder eine Isolierung wechselt. Der Fragebogen fragt nach dem Prozess zur Aktualisierung und nach der Frist, Daten auf Anfrage zu liefern. Das ist Betrieb auf der Werft und beim Zulieferer, nicht einmaliges Onboarding.
Catenis steuert Bogen und Nachweis. Es trägt ein Schiff nicht in ein Inventar ein und lässt keine Werft zu.
Beschichtung, Isolierung, Kabel und Maschinenersatzteile sind die typischen Lücken, weil sie nach der Ablieferung wechseln. Ein IHM vom Neubau ohne Nachträge zu Dockings ist unvollständig. Der Fragebogen fragt deshalb nach Aktualisierung und nach der Frist, Daten zu liefern – das ist Alltag auf der Werft, nicht Onboarding-Dekoration.
Was zu tun ist
Klären, ob die eigene Lieferung in Neubau, Umbau oder Instandhaltung von Schiffen geht. Wenn nein, den Bogen mit Begründung schließen, nicht ignorieren.
Wenn ja: Material Declaration je relevanter Position, Bezug zur IHM-Struktur, Datum. Den Fragebogen in Catenis ausfüllen und die Dateien hochladen. „Siehe REACH“ ohne Tabelle ist für die Werft meist unbrauchbar.
Vorlieferanten der Beschichtungen und Additive nach denselben Stoffen fragen. Die Kette bricht an der ersten Lackdose ohne Erklärung.
IHM-Zertifikat oder Konformitätsbestätigung einer anerkannten Stelle, falls der Kunde sie verlangt: hochladen als Nachweis. Die Stelle selbst beauftragt das Unternehmen außerhalb der Plattform.
Frist für Aktualisierung setzen, wenn sich das Teil ändert. Catenis erinnert an den ablaufenden Upload, nicht an den Docktermin.
Schulung derer, die Spezifikation und Einkauf für maritime Teile machen. Ohne die wissen sie nicht, warum eine Lackdose eine Tabelle braucht. Der Bogen fragt danach; die Schulung selbst bleibt intern.
Typischer Fehler
Ein allgemeines Stoffverbotsschreiben als IHM-tauglich ablegen. Die Werft braucht die Zuordnung zum Teil und zum Inventar, keine Firmenphilosophie.
Die europäische Liste der Recyclingwerften mit der eigenen Lieferantenfreigabe verwechseln. Werftzulassung ist ein Behörden- und Inspektionsweg. Catenis führt ihn nicht.
Das IHM einmal bei Ablieferung erzeugen und nie wieder anfassen. Umbauten ohne Nachtrag sind die typische Lücke bei der nächsten Kontrolle.
Eine REACH-Erklärung oder ein RoHS-Bericht als IHM-Ersatz. Dieselben Stoffe, andere Tabelle, anderer Adressat. Die Werft will die Material Declaration im IHM-Schnitt, nicht das Chemikalien-PDF aus einem anderen Bogen.
Die IHM-Bestätigung einer nicht anerkannten Stelle als gleichwertig ablegen. Die Verordnung knüpft an anerkannte Organisationen. Catenis speichert die Datei; die Anerkennung prüft das Unternehmen außerhalb.
Den Fragebogen an alle Lieferanten schicken, auch an Partner ohne maritime Teile. Die Quote steigt, die IHM-Lücken bleiben. Relevanz folgt dem Lieferumfang.
Asbest- und PCB-Angaben aus einem alten Neubau-IHM für ein umgebautes Schiff weiterreichen. Nach dem Docking ist die Liste eine andere. Datum und Umbau gehören in die Akte.
Grenze
Das Lexikon ordnet die SRR in der Zulieferkette ein. Es sagt nicht, ob ein bestimmtes Schiff unter die Verordnung fällt oder welche Stelle das IHM bestätigen darf. Das bleibt Flaggenstaat, anerkannte Organisation und Beratung.
Catenis dokumentiert Fragebogen und Dateien. IHM-Zulassung, Werftliste und Besichtigung bleiben extern. Eine ausgefüllte Akte ist kein Schiffszertifikat. Die Anerkennung der Stelle, die das Inventar bestätigt, bleibt außerhalb. Die europäische Liste der Recyclingwerften pflegt nicht Catenis.
Häufige Fragen
Was ist Schiffsrecycling (EU SRR)?
Die EU-Schiffsrecycling-Verordnung verlangt Inventare gefährlicher Materialien (IHM) und Erklärungen entlang der maritimen Lieferkette; Catenis stellt dazu den Fragebogen Schiffsrecycling bereit. Die Zulassung von Recyclingwerften ist nicht Teil der Plattform.
Ersetzt das Lexikon eine Rechtsberatung?
Nein. Die Texte ordnen Themen ein. Rechtliche Bewertung, Register und Behördenprozesse bleiben beim Unternehmen bzw. seinen Beratern.