VDA 6.3 – Prozessaudit als Lieferantenbewertung einfach erklärt
Autor Christian Ehrmann · Stand 28.08.2026 · https://www.catenis.de/lexikon/vda-63
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Was es ist
VDA 6.3 ist der Prozess-Audit-Standard des Verbands der Automobilindustrie; Catenis bietet ihn als Audit-Vorlage neben ISO 9001 und IATF. Das Audit vertieft die Lieferantenbewertung.
VDA 6.3 ist ein Fragenkatalog für Prozessaudits in der Automobil- und Zulieferindustrie: Projektmanagement, Serienproduktion, Kundendienst, je nach Ausgabe und Anwendungsbereich. Bewertet werden Prozesse vor Ort oder remote, nicht das Managementsystem als Ganzes. Deshalb steht es neben ISO 9001 und IATF, nicht an ihrer Stelle.
Das Ergebnis ist eine Prozessbewertung mit Feststellungen, keine Systemzertifizierung. Ein hoher Erfüllungsgrad in einem Audit heißt nicht, dass der Standort IATF-zertifiziert ist. Umgekehrt ersetzt das IATF-Siegel nicht das Prozessaudit, wenn der Kunde es vertraglich verlangt.
Catenis bietet VDA 6.3 als Audit-Vorlage (Vorlagenart Prozessaudit) neben den QM-Scopes ISO 9001 und IATF. Scope-Punkte, Bewertungen und Maßnahmen liegen am Lieferanten. Die Plattform ist kein VDA-lizenziertes Schulungsinstitut und stellt keine Auditorenqualifikation aus.
P2 bis P7 meinen Projekt- und Serienprozesse, nicht die Kapitel einer ISO. Wer die Vorlage öffnet und sie wie ein Systemaudit abhakt, misst das Falsche. Der Nutzen entsteht, wenn Produkt, Werk und Prozess vor dem Termin feststehen und die Punkte dazu passen.
Geltungsbereich
Angewendet wird 6.3 dort, wo der Kunde oder die eigene QAA es vorschreibt – typisch P2- bis P7-Prozesse, je nach aktueller Ausgabe. Die genaue Kapitelstruktur steht in der VDA-Publikation. Hier wird sie nicht nachgedruckt.
Internes Audit, Kundenaudit und Zweitpartei-Audit können dieselbe Vorlage nutzen. Drittpartei-Zertifizierung nach IATF bleibt ein anderer Vorgang mit anderem Auftraggeber.
Außerhalb der Automobilkette taucht 6.3 auf, wenn der Kunde die Methode kennt. Dann gilt der Vertrag, nicht eine Branchenpflicht. Catenis stellt die Vorlage trotzdem bereit.
Das Audit vertieft die Lieferantenbewertung: es prüft, was der Fragebogen behauptet hat. Es ersetzt weder den Qualitätsfragebogen noch die QAA.
Remote oder vor Ort: der Scope muss sagen, was nicht gesehen werden kann. Ein remote geführtes Prozessaudit ohne Video an der Linie ist für viele Kunden kein voller Ersatz. Catenis speichert den Modus nicht als Zertifikat; er gehört in die Notiz zum Termin.
Was zu tun ist
Vor dem Termin den Scope festlegen: welche Prozesse, welches Produkt, welches Werk. Einen unbegrenzten „6.3 über alles“-Termin kann niemand fair bestehen oder auswerten.
In Catenis die Vorlage VDA 6.3 wählen, Abschnitte anpassen, Scope einfrieren. Feldnotizen und Bewertungen (bestanden, Abweichung, nicht anwendbar) gehören in die Punkte, nicht in ein privates Notizbuch.
Feststellungen mit Schwere und Maßnahme führen. Ohne Frist und Zuständigkeit ist das Audit ein Besuch. Die Wirksamkeitsprüfung der Maßnahme ist Teil der Bewertung, nicht ein Folgetermin ohne Bezug.
Das Ergebnis neben Zertifikat und Fragebogen legen. Ein schwaches Prozessaudit bei gültigem IATF ist ein Signal, kein Widerspruch in sich. Beides bleibt in der Akte.
Auditorenqualifikation und Lizenzfragen liegen außerhalb. Wer 6.3 offiziell nach VDA-Regeln führen will, klärt Schulung und Ausgabe selbst.
Wiederholaudit nach Maßnahme, nicht nach Kalender allein. Ein jährlicher Termin ohne Bezug zu den offenen Punkten des Vorjahres ist Ritual. Die Akte muss die Kette zeigen: Feststellung, Frist, Wirksamkeitsprüfung.
Ausgabe der Publikation festhalten. 6.3 wurde überarbeitet; ein Scope nach alter Kapitelzählung und ein Bericht nach neuer verwirrt den Kunden. Catenis speichert die Vorlage, die das Unternehmen wählt – die Lizenz der aktuellen Broschüre bleibt beim VDA.
Typischer Fehler
Ein Systemaudit nach 9001-Kapiteln als „VDA 6.3“ zu labeln, weil die Vorlage in der Liste stand. Der Name verpflichtet zum Prozessschnitt, nicht zum Deckblatt.
Nur die Prozentzahl berichten und die offenen Punkte nicht nachverfolgen. Der Kunde fragt nach der Abweichung, die die Zahl gedrückt hat.
Das Prozessaudit als Ersatz für die fehlende IATF-Zertifizierung verkaufen. Es vertieft, es zertifiziert nicht.
Nur Grün/Gelb/Rot ohne die Prozessbezeichnung. Dann kann niemand ein Jahr später sagen, welche Linie gemeint war. Der Scope-Titel in Catenis ist Teil des Nachweises.
Ein Site-Visit ohne Prozessschnitt als 6.3 ablegen, weil die Vorlage in der Liste stand. Der Name verpflichtet zum Fragenkatalog. Sonst ist es eine Begehung mit falschem Etikett.
Die Prozentzahl ohne Produkt- und Werkbezug an den OEM schicken. Ohne diesen Anker ist die Zahl nicht wiederholbar. Catenis hält den Scope-Titel; den Inhalt muss der Auditor setzen.
Ein internes 9001-Audit als 6.3 berichten, weil dieselben Personen auditiert haben. Der Schnitt ist Prozess, nicht Systemkapitel. Der Name auf der Vorlage muss zum geführten Katalog passen.
Maßnahmen ohne Wirksamkeitsprüfung schließen. Dann wiederholt das nächste Audit dieselbe Abweichung. Die Akte muss die Kette zeigen.
Grenze
VDA 6.3 ist eine Publikation des VDA, keine Rechtsnorm und kein Catenis-Zertifikat. Das Lexikon beschreibt die Nutzung als Audit-Vorlage. Es gibt den Fragenkatalog nicht wieder und bildet Auditoren nicht aus.
Catenis dokumentiert Scope, Bewertung und Maßnahme. Die offizielle Auswertung nach VDA-Regeln, Schulungsnachweise und Kundenfreigaben bleiben beim Unternehmen. Ein gespeichertes Audit ist kein VDA-Zeugnis. Die aktuelle Broschüre und die Auditorenqualifikation liegen beim VDA und beim Unternehmen, nicht in diesem Lexikon.
Häufige Fragen
Was ist VDA 6.3?
VDA 6.3 ist der Prozess-Audit-Standard des Verbands der Automobilindustrie; Catenis bietet ihn als Audit-Vorlage neben ISO 9001 und IATF. Das Audit vertieft die Lieferantenbewertung.
Ersetzt das Lexikon eine Rechtsberatung?
Nein. Die Texte ordnen Themen ein. Rechtliche Bewertung, Register und Behördenprozesse bleiben beim Unternehmen bzw. seinen Beratern.